«Werte leben.»

In den letzten 20 Jahren hat sich Nachhaltigkeit von einem Nischenbedürfnis zu einer anerkannten Branche entwickelt. Im Tessin hat Marcello Martinoni massgebend dazu beigetragen. Mit viel Neugierde suchen er und sein achtköpfiges Team nach kreativen Antworten auf komplexe Fragestellungen.

Marcello Martinoni hat den Esprit eines Erfinders. Er scheint niemals müde zu werden, sich in neue Themen einzuarbeiten und passende Lösungen zu finden. Er liebt es, verschiedene Disziplinen zu verbinden.

Er hat keine Angst vor Komplexität. Marcello Martinoni reizt es, die Erkenntnisse aus Geografie, Biologie, Anthropologie und Kommunikationswissenschaften zu guten Ideen zu verschmelzen. Nach einem Abstecher in die Raumplanung entschied er sich 2003, eine Firma für nachhaltige Projekte zu gründen. Eines seiner bekannteren Projekte nennt sich Montagne Pulite (saubere Berge). Dabei können sich Wanderer*innen als Sherpas betätigen. «Meistens wandern wir mit einem leeren Rucksack vom Berg hinunter, während die Hüttenwartin den Abfall mit dem Helikopter ins Tal fliegen lassen muss». Dass Wandervögel je ein Säckchen Abfall hinuntertragen könnten, an diese Idee wollte zu Beginn niemand glauben. «Doch bis 2019 konnten wir acht Hütten davon überzeugen, mitzumachen – und die Resonanz der Gäste war durchwegs positiv.» Inzwischen wurde Montagne Pulite dem Amt für Umwelt des Kantons Tessin übergeben.

Das sei häufig der Fall: Sein Team bringt ein Projekt zum Fliegen – und dann übernehmen andere, während sie sich auf neue Aufgaben konzentrieren. Etwa darauf, invasive Pflanzen einzudämmen und die Bevölkerung darüber aufzuklären, was sie tun können, wenn sie solche in ihrem Garten feststellen. Oder um Inklusion beim Einkaufen: «Die Digitalisierung verändert den Detailhandel. Viele Handgriffe machen Kund*innen inzwischen selber. Menschen mit Handicap werden bei diesen Abläufen jedoch selten bedacht, obwohl gerade sie von den neuen digitalen Möglichkeiten besonders profitieren könnten. Hier sollten sich die Geschäfte mehr engagieren, um ein Ort der Inklusion zu werden.»

«Gehe neue Wege und suche dir Gleichgesinnte.»
Marcello Martinoni Consultati AG für nachhaltige Projekte

Aufträge kommen zustande durch Projektausschreibungen, wenn die öffentliche Hand nach einer Lösung für ein konkretes Problem sucht, oder aber, wenn innovative Projekte aus der Deutschschweiz im Tessin Fuss fassen wollen und dafür mit Marcello Martinonis Team zusammenarbeiten. «Die Finanzierung von nachhaltigen Projekten ist realistisch, wenn der Wille dazu vorhanden ist. Oft braucht es aber eine Anregung von unserer Seite, wie das Fundraising gelingen könnte. Das Ziel ist immer, dass ein Projekt es von einer Sonderfinanzierung zu einem fest eingeplanten Budgetposten schafft.»

Das Schönste an seiner Arbeit sei, dass er seine Werte leben könne. Mit der Bevölkerung partizipative Prozesse zu durchlaufen, die Umgebung aufzuwerten und nachhaltige Entwicklungen zu ermöglichen, all das spornt Marcello Martinoni an. Seine Energie scheint unerschöpflich und die volle Ablage in seinem Büro verrät, dass es noch einiges zu tun gibt. Dennoch nimmt er sich ab und zu Zeit zum Wandern – und sammelt dabei Abfall ein.

CONSULTATI SA NACHHALTIGE PROJEKTE
Gründungsjahr:

2003

Nachhaltige Projekte:

ca. 40 realisiert, ca. 30 in Arbeit

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