«Das Ökominihaus, mein Lebenswerk»

Bereits sieben Jahre lebt die Baubiologin Tanja Schindler in ihrem selbst gebauten Ökominihaus auf 35 Quadratmetern. Interessierte können bei ihr konkret erleben, wie essenziell natürliche Materialien für ein gesundes Raumklima sind. Materialien, die dem Körper und der Psyche guttun, sowohl im Tiny House als auch in der Grossüberbauung.

Kleinwohnformen sind im Trend: «Es gibt immer mehr Einzelhaushalte. Der Markt bietet jedoch kaum Wohnungen, die klein, schön und bezahlbar sind. Offenbar wurde die letzten Jahre an den Bedürfnissen der Bevölkerung vorbeigebaut », stellt Tanja Schindler fest.

Viele Interessierte, die ihr Ökominihaus in Altdorf UR besichtigen, sind deshalb offen für alternative Lösungsansätze. Und: Wenn sie schon etwas bauen oder umbauen lassen, dann sollen es auch gut verträgliche Materialien sein.

Wer ihr Heim betritt, spürt sofort, was damit gemeint ist. Die Luft ist weder stickig noch trocken, es ist weder zu kalt noch zu warm. Einfach richtig. Richtig heimelig. «Viele glauben, dass gute, natürliche Baumaterialien unbezahlbar sind. Doch das stimmt nicht.» Am cleversten sei es, bereits bei der Planung an ökologische Aspekte zu denken. «Mit Naturmaterialien wie Lehm oder Holz zu bauen, ist etwa zehn Prozent teurer als üblich. Doch diese Kosten lassen sich mit einem einfacheren Lebensstil kompensieren: Man kann das Gästezimmer weglassen und dafür ein Klappsofa nehmen, das Wohnzimmer etwas verkleinern oder in der Küche mit mobilen Kombi-Elementen einige Quadratmeter einsparen. Und der gesundheitliche Gewinn ist ohnehin unbezahlbar.»

«Wohne naturbelassen mit Vollholzboden und Lehmwänden»
Tanja Schindler Baubiologin und Ökominihaus-Erfinderin

Tanja Schindler bietet Ökominihäuser an, plant Kleinwohnprojekte auf Auftragsbasis und macht ökologische Raumgestaltung. Ihre Kund*innen profitieren von ihrer grossen Erfahrung und praxiserprobten Lösungen: «Da ich selber so wohne, weiss ich genau, was funktioniert und was nicht.»

Kleinwohnformen wie das Ökominihaus sind ideal für die Zwischennutzung von Bauland: «Es mag zwar merkwürdig klingen, doch als Nischenlösung leisten sie einen pragmatischen Beitrag für verdichtetes Wohnen. Minihäuser erschliessen zentralen Wohnraum, der sonst jahrelang brachliegen würde.»

Mit Gleichgesinnten hat Tanja Schindler den Verein Kleinwohnformen gegründet, er soll Baulandbesitzer*innen mit Standplatz-Suchenden zusammenbringen.

Die grössten Hürden seien die Bauvorschriften. Kleinwohnformen sind darin nicht vorgesehen. «Zu viele kluge Lösungen fallen durch das Raster, obwohl sie nachweislich sicher und umweltverträglich sind. Als Verein kämpfen wir dafür, dass auf kantonaler und Gemeinde-Ebene mehr Spielraum entsteht.»

ÖKOMINIHAUS
Idee gehabt:

2011

Erstbezug des eigenen Hauses:

2013

Budget fürs Nachmachen:

CHF 250’000
(davon CHF 180’000 fürs Ökominihaus selbst)

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