«Ein Ort der Veränderung»

Der Unverpacktladen oba aba zählt zu den besten Jungunternehmen des Kantons Graubünden. Nicht nur können hier lokale Lebensmittel unverpackt gekauft werden – die gleichnamige Website und verschiede Events motivieren dazu, den eigenen Lebensstil zu hinterfragen.

«Herzensmomente gibt es, wenn Familien auf Initiative der Kinder in unserem Unverpacktladen einkaufen», berichtet Gründerin Natacha Espirito Santo, «und es ist schön, zu beobachten, wie die Kinder ihr Wissen mit den Eltern teilen.»

Den Wert regionaler Lebensmittel zu erkennen, verantwortungsbewusst zu konsumieren und damit die Natur zu schonen, sei das Ziel eines Lebensstils mit Zero Waste (ohne Abfall). Immer mehr Menschen lassen sich davon inspirieren – und versuchen, ihre Abfallmenge zumindest zu reduzieren.

Verpackungen vermeiden ist eine von vielen Möglichkeiten. In vielen Läden ist das heute jedoch noch schwierig. Da kommt der Unverpacktladen oba aba genau richtig. Mitten in Chur finden Umweltbewusste alles von Linsen, Nudeln, verschiedenen Ölen über Mehrweg-Ohrenstäbchen bis hin zu Körperpflegeprodukten – das meiste davon zum selber Abfüllen.

Doch damit nicht genug: Die liebevoll gestaltete Website bietet Wissenswertes rund ums Reduzieren, ums «oba aba cho», mit Empfehlungen von Büchern und Dokumentationen. «Wir organisieren auch regelmässig Veranstaltungen in unserem Ladencafé, etwa über wiederverwendbare Stoffwindeln oder Wachstücher zum Selbermachen», erzählt Geschäftspartnerin Andrina Caprez, «und wir sind an anderen Veranstaltungen präsent, zum Beispiel ehrenamtlich beim Depotbecher-Stand am Churer Stadtfest.»

«Spare Verpackungen und habe immer eine Einkaufstasche dabei.»
Natacha Espirito Santo & Andrina Caprez Geschäftsführerinnen oba aba Unverpacktladen Chur

Die beiden Geschäftsführerinnen sehen zwei grosse Knackpunkte: Einerseits bei den
Konsument*innen, bei ihnen brauche es die Bereitschaft, regionale Produkte zu entsprechenden Preisen zu kaufen. Andererseits bei den Produzent*innen, diese sollen die Waren möglichst abfallfrei und umweltfreundlich anliefern. «Das ist ein stetiger Verbesserungsprozess und braucht viel Dialog», konstatiert Natacha Espirito Santo.

Sie sei sehr zufrieden mit dem ersten Geschäftsjahr 2019: «Wir haben viel gelernt, finanziell sind wir etwas besser unterwegs als ursprünglich geplant, wobei wir sehr moderat geplant hatten.» Des Weiteren stellt sie fest: «Auch in anderen Geschäften werden die Waren immer häufiger offen oder mit weniger Verpackung angeboten. Und kürzlich wurde eine Petition für Mehrwegbecher an Veranstaltungen eingereicht – diese wurde von über 5000 Personen unterzeichnet. Es gibt also zahlreiche Menschen in Graubünden, die eine Veränderung wollen.» Chur sei definitiv bereit für Zero Waste.

 

OBA ABA UNVERPACKTLADEN UND EVENTS
Idee gehabt:

17.12.2017 Präsentation in der Werkstatt Chur

Eröffnung:

15.12.2018

Startkapital:

CHF 50'000
Crowdfunding und viel Unterstützung von allen Seiten.

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